Volksschule stösst heute an ihre Grenzen

«Schüler brauchen ein Wohlfühlklima»

Von Martina Amato, Autorin von «Schule EINFACH anders»

Schüler brauchen zum Lernen ein Wohlfühlklima. Da bin ich mit Schulpsychologe Basil Eckert ganz einer Meinung. Da jedes Kind und jeder Jugendliche anders ist und lernt, hat auch jeder eigene Bedürfnisse und Ansprüche. Auch betreffend Bedingungen an das Wohlfühlklima.

Während einige Kinder gerne enger im kleinen Rahmen pädagogisch begleitet werden, kommen andere in grossen Klassen mit häufigem Lehrerwechsel gut klar.

Wenn es gelingen würde, sich von der Schuldfrage betreffend den an Burn-out leidenden Kinder und Jugendlichen zu verabschieden, um den Fokus wieder auf die Bedürfnisse und Begabungen der Betroffenen zu richten, könnte im Bildungswesen eine neue echte Diskussion entstehen. Eine Diskussion über eine freie Bildungswahl zum Beispiel, in der Eltern mit ihren Kindern das für sie passende Schulmodell wählen könnten. Man würde rasch erkennen, was verschiedene Studien aufzeigen: Dass die Volksschule heute in ihrem Bemühen, allen Kindern gerecht zu werden, vermehrt an deutliche Grenzen stösst. Da sind weder Lehrpersonen noch Eltern noch die betroffenen Schüler schuld.

So wie ein Schuhmodell nicht für alle Füsse passt, kann ein einziges Schulmodell den Bildungsbedürfnissen aller Kinder nicht gerecht werden.

Als Leserbrief erschienen in der Luzerner Zeitung – 4.9.18

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