Ungenügend!

(Bild: Blick.ch, Daniel Ammann)

Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder in private Primarschulen. Die öffentlichen Schulen haben noch nicht begriffen, dass sie in einem Wettbewerb stehen.

Ein Artikel von Caspar Pfrunder, erschienen auf Blick.ch am 30.10.2016

Private Primarschulen liegen im Trend. Auch Linke wie die Berner SP-Politikerin Ursula Wyss  (43) scheuen sich nicht mehr, ihre Kinder an eine Privatschule zu schicken (SonntagsBlick berichtete). Die Statistik zeigt: Seit dem Jahr 2000 hat sich der Anteil Privatschüler auf Primarschulstufe verdoppelt, von 2,1 auf 4,2 Prozent 2015 – beim Gymnasium ist der Trend umgekehrt (siehe Grafik). Offenbar genügt die Volksschule den Ansprüchen vieler jungen Schweizer Eltern nicht mehr.

Nicht die reformpädagogischen Montessori- und Steinerschulen, sondern leistungsorientierte Tagesschulen wie die NMS in Bern und International Schools wie die IBS Terra Nova in Zürich mit öffentlichem Lehrplan boomen deshalb. Diese haben Angebote, die es an der Volksschule kaum gibt: Sie bieten oft zweisprachigen Unterricht und Ganztagesstrukturen mit Blockzeiten an. Privatschulunterricht findet oft in kleinen Gruppen statt. Auch Aufgabenhilfe und Freizeitbetreuung gibt es bei den Privaten. Am Abend stehen keine Haus­aufgaben mehr an, die Familie kann gemeinsam den Feierabend geniessen.

Eine Kluft zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen

Was vielen Eltern auch gefällt: Private Primarschulen verkaufen sich mittels klarem Profil und Wertekanon. Das fehlt bei den öffentlichen Schulen. Margrit Stamm sagt: «Die Volksschulen meinen immer noch, dass die Schüler sowieso zu ihnen müssen. Doch die Eltern finden das nicht mehr unbedingt. Deshalb ist ein grosser Markt mit Privaten entstanden – und die öffentlichen Schulen haben noch keine gute Antwort auf die neue Konkurrenzsituation gefunden.»

Die Kosten für Privatschulen sind hoch, betragen meist über zehntausend Franken im Jahr. Stamm hält das für problematisch. Es drohe eine Vergrösserung der Kluft zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen. Was sollten die öffentlichen Schulen also tun? «Sie müssen klare Profile entwickeln, um sich attraktiver zu machen», so Stamm. «An Orten, wo eine grosse Nachfrage nach Ganztagesstrukturen besteht, sollte man diesen Bedürfnissen entgegenkommen.»…

Vollständiger Artikel auf Blick.ch

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