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Motion für freie Wahl des Unterrichtsmodells in Basel-Stadt abgelehnt

Katja Christ glp Basel-Stadt hat, zusammen mit co-Motionären eine Motion für die verbindliche Wahl des Schulmodells an den Sekundarschulen eingereicht. Der Grosse Rat lehnte die Motion Mitte Mai 2017 ab. 

(Fotograf: Wladyslaw Sojka, www.sojka.photo)

Motionstext Katja Christ glp

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Katja Christ, glp

„Die Volksschulleitung gesteht den verschiedenen Schulstandorten der Sekundarstufe einen pädagogischen Entwicklungsfreiraum zu. Dabei dürfen sie in Bezug auf das Unterrichtsmodell innovative Konzepte entwickeln, müssen sich im Endeffekt aber an die vorgegebenen Lernziele halten.

Neben den Klassen mit „traditionellem“ Unterricht gibt es z.B. sogenannte „Plus-Klassen“ mit den drei Standbeinen: Unterricht in Phasen (Epochen), individuelle Lernzeit, Lerncoaching. Dabei haben die entsprechenden Schüler auch einen anderen Stundenplan. Ein anderes Modell ist z.B. das altersdurchmischte und selbständige Lernen in Lernateliers.

Innovation und Diversität von Unterrichtsmodellen in der Staatsschule sind sehr zu begrüssen. Verschiedene Wege führen zum Ziel, wir alle sind und lernen unterschiedlich. Es ist nun aber für Eltern und Schülerinnen und Schüler gar nicht möglich, aus diesen Unterrichtsmodellen aufgrund der individuellen Bedürfnisse und Persönlichkeit zu wählen. Auf dem Anmeldeformular für die Sekundarschule werden nur die Präferenzen betreffend Schulstandort abgefragt, und dies ohne Verbindlichkeit. Es gibt keine Möglichkeit, ein Unterrichtsmodell zu wählen. Man wird vom ED einem Schulstandort und damit zugleich einem Unterrichtsmodell zugeteilt, ob man nun persönlich zu dem Unterrichtsmodell passt oder nicht. Das ist sehr problematisch für die Chancengerechtigkeit, da Entwicklungschancen von Glück oder Pech bei der Standortzuteilung abhängen können.

Für die Chancengerechtigkeit ist eine verbindliche Wahl eines Unterrichtsmodells ähnlich der Wahl eines Schwerpunktfachs (Typus) entscheidend. Wenn ein Kind beispielsweise gezwungen ist, im innovativen Plus- Modell zu bestehen, obwohl es damit überfordert ist, so wird es sein Leistungsniveau wegen des Unterrichtsmodells nicht erreichen können. Die Lehrplanziele der unterrichteten Fächer (mit Ausnahme der Wahlfächer) und die obligatorischen Lehrmittel sind nämlich an allen Standorten identisch. Die Einteilung in die Leistungszüge und die Beurteilung erfolgen nach denselben kantonalen Vorgaben.

Alle Kinder sollen die gleichen Chancen erhalten auf dem Weg zur Erreichung der Lernziele. Zudem kann der Erfolg eines innovativen Modells auch nur dann eruiert werden, wenn es im Wettbewerb steht und für seinen Erfolg kämpfen muss. Es muss im Interesse unserer Staatsschule sein, dass wir aufgrund des Zuspruchs oder der Ablehnung einzelner Modelle diese reflektieren und Schlüsse daraus ziehen.

Die Motionäre fordern daher eine Lösung, die es ermöglicht, dass Eltern bzw. Schülerinnen und Schüler beim Wechsel in die Sekundarstufe verbindlich ein Unterrichtsmodell wählen können und dann je nach gewähltem Modell einem der Standorte zugeteilt werden, an dem dieses Unterrichtsmodell angeboten wird. So ist es auch möglich, flexibel auf eine starke Nachfrage eines bestimmten Unterrichtsmodells zu reagieren (lediglich „Umstellung“ einzelner Klassen nötig).

Die Motionäre fordern den Regierungsrat auf, eine gesetzliche Grundlage für eine verbindliche Wahlmöglichkeit des Unterrichtsmodells ab der Sekundarstufe zu schaffen.“

Die Motionäre: 

  • Katja Christ, glp
  • Stephan Mumenthaler, FDP (elternlobby Mitglied)
  • David Wüest-Rudin, glp
  • Michael Wüthrich, GB
  • Beatrice Messerli, GB
  • Helen Schai-Zigerlig, CVP
  • Sasha Mazzotti, SP
  • Sarah Wyss, SP

Motion im Wortlaut (PDF)

 

Einsatz der „elternlobby basel-stadt“

Seit Januar führt die „elternlobby basel-stadt“  Gespräche mit Mitgliedern aus allen Parteien des neuen Grossen Rates von Basel-Stadt, die sich bei unseren Wahlumfragen für die Schulwahl ausgesprochen haben. Ziel der Gespräche ist die Einführung verschiedener Schulwahlmodelle mit folgenden Strategien und Optionen für Basel. 

Strategien und Optionen freie Bildungswahl in Basel-Stadt

Ziele

  1. Prioritätenwahl oder Modellwahl Sekstufe I gesetzlich verankern
    In Basel ist die Volksschulwahl mit Angabe von 3 Prioritäten möglich aber leider gesetzlich nicht verankert.
  1. Volksschulwahl innerhalb aller Stufen
    Gesamte Volksschulwahl auch auf der Primarschulstufe.
  1. Beiträge an Schulen in freier Trägerschaft „Freie Schulen“
    „Freie Schulen“, die alle Kinder aufnehmen wollen, ohne ethnische und religiöse Einschränkung, sollen Beiträge vom Kanton erhalten. Dies könnten Elternbeiträge wie im JU 45% der Gesamtkosten an die Privatschulen, in BL Elternbeiträge zur Zeit jährlich 2’500.- pro Kind, BE jährlich 2’000.- pro Kind an Privatschulen, ZG ca. 20 % der Kosten an die Eltern, verschiedene Gemeinden wie Arlesheim 2’000.- an Eltern.
  1. Pro-Kind-Pauschale an alle staatlich bewilligten und beaufsichtigten Schulen, die offen zugänglich für alle Kinder sein wollen.

  2. Möglichkeit für Homeschooling verbessern

 

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