Hort Tagesstätte

Manche Kinder profitieren vom Hort – doch andere gehen unter

Im Tages Anzeiger Artikel «Meine Kinder profitierten im Hort» – «Meine würden untergehen» (26.12.14) tauschen sich zwei Mütter mit unterschiedlichen Ansichten zum Thema Kinderbetreuung aus. Wie fest darf der Staat in die Kinderbetreuung eingreifen? Und wie viel darf es kosten? Hier der Leserbrief von Margarita Müller, Zürich, Co-Präsidentin Verein Chance Schulwahl, der im TagesAnzeiger am 26.12.14 erschienen ist.

„Im heutigen System sind die Chancen von Kindern gering, dass sie erreichen als ihre Eltern.“

Mehr Chancengerechtigkeit.
Die Pro- und Kontra-Argumente zum Thema Tagesschule zeigen vor allem eines: Die Bedürfnisse von Kindern sind verschieden, und es sollte verschiedene Schulmodelle und Wahlmöglichkeiten geben. Gerade das Argument Chancengerechtigkeit spricht gegen ein für alle obligatorisches Model, da in unserem heutigen einheitlichen Schulsystem die Chancen von Kindern (im internationalen Vergleich) gering sind, dass sie mehr erreichen als ihr Eltern.

Wer mehr Chancengleichheit will, muss vielmehr dafür eintreten, dass Kinder mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten unterschiedlichen unterrichtet und betreut werden. Das wäre dann wirklich die individuelle Förderung, die eigentlich alle wollen. Dass es kaum möglich ist, innerhalb eines einheitlichen Systemssehr verschiedene Kinder individuell zu fördern, zeigt sich heute daran, dass viele Lehrerinnen und Lehrer überfordert sind und mehr als die Hälfte der Kinder sonderpädagogische Massnahmen benötigen, weil sie den einheitlichen Normen nicht entsprechen. Ein Festhalten am Irrtum, dass Chancengleichheit durch ein einheitliches Schulsystem erreicht werden kann, müssen Kinder – und die Gsellschaft – teuer bezahlen, und die Kosten steigen.

Die zunehmende Individualisierung und die Heterogenität von Schulklassen sind Tatsachen, die man weder inorieren, noch wegtherapieren kann. Es bleibt zu hoffen, dass irgendwann den Fakten mit verschiedenen Schulmodellen und Wahlmöglichkeiten Rechnung getragen wird.

Margarita Müller, Zürich, Co-Präsidentin Verein Chance Schulwahl

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