elternverein elternverband schweiz

Lokale Pilotprojekte zur freien Schulwahl

Die elternlobby schweiz ist ein politisch und konfessionell neutraler Verein, der sich für eine freie Schulwahl einsetzt. Die Abstimmungen zu unseren Initiativen in mehreren Kantonen haben aber gezeigt, dass eine flächendeckende Einführung der Schulwahl vorläufig nicht mehrheitsfähig ist.

Wir schlagen deshalb vor, in grösseren Gemeinden mit mehreren Schulzentren ein Pilotprojekt mit einer Freizügigkeit zwischen diesen Schulzentren zu starten. In einem solchen zeitlich beschränkten Projekt könnten dann Erfahrungen gesammelt und allfällige Ängste abgebaut werden.

Besonders prädestiniert sind solche Schulgemeinden, in denen eine Profilierung der Quartierschulen mit verschiedenen Konzepten und/oder Schwerpunkten bereits stattgefunden hat. Die Eltern sollten dann diejenige Schule wählen können, deren Konzept bzw. Schwerpunkt am besten zu ihrem Kinde passt.

Beispiele Hinwil ZH und Basel-Stadt

In Hinwil ZH gibt es Schulen mit Jahrgangsklassen und solche mit altersdurchmischtem Lernen. Seit 2010 erhalten die Eltern vor dem Schuleintritt ihres Kindes ein Formular, auf dem sie ihre Präferenz zur Schulform ankreuzen können. Die Erfahrungen sind folgende:

  1. Die meisten Eltern kreuzen die Schulform des nächstgelegenen Schulhauses an.
  2. Die Präferenzen der Eltern können grösstenteils erfüllt werden.
  3. Besonders positiv: Es gibt deutlich weniger Gesuche und Rekurse 1.

Weiteres Beispiel mit ähnlichen Erfahrungen: Oberstufenschulen in Basel-Stadt.

Mit einer Beschränkung der Schulwahl auf die kommunalen Schulen (Freizügigkeit) erreicht man Kostenneutralität. In einer Umfrage der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung befürworteten 64% der befragten Personen eine Schulwahl zwischen den staatlichen Schulen 2.

Mit der Schulwahlmöglichkeit wird ein milder Wettbewerb zwischen den Schulen erzeugt. Dieser schafft einen Anreiz für

  • Verbesserung der Schulqualität
  • pädagogische Innovation und Profilierung der Schulen
  • stärkere Orientierung an den Bedürfnissen von Kindern und Eltern

1 Vor dem Wechsel 2010 hatte die Schulbehörde über 50 Gesuche um eine andere Zuteilung zu
behandeln, nach dem Wechsel waren es nur noch 2 – 3 (=> mehr zufriedene Eltern).

2 Studie „Wer hat Angst vor Schulwahl?der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung. Februar 2011. www.skbf-csre.ch/fileadmin/files/pdf/publikationen/Staffpaper3.pdf, (S. 11).

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