Hochbegabung als Tabu-Thema in den Volksschulen

Was ist die Meinung von Betroffenen und Experten über die bestehende Tatsache, dass das Begabungs- und Hochbegabungsthema in der Öffentlichkeit kaum besprochen wird?
 

Schon seit Jahren ist es ein Problem, doch eine Lösung scheint immer noch fern: Begabte und Hochbegabte Schülerinnen und Schüler leiden unter dem veralteten Schulsystem. Die Fähigkeiten Betroffener werden von den Schulen als Problem abgetan, ein «schwieriges Kind» sei man. Eine Förderung gibt es, doch dies in viel zu wenigen Fällen und in einem viel zu kleinen Masse. Eine Veränderung hätte es schon lange gebraucht.

Dominique Blickenstorfer ist ein Schüler, der unter diesem Problem leiden musste. Nun kämpft er dafür, genannte Veränderung auszulösen. Haben Sie eine Geschichte zu erzählen; wenn Sie dies wollen, anonym? Dann melden Sie sich hier bei ihm. Wir sind dankbar für Ihre Unterstützung.
 
Hier noch ein Beitrag von Herrn Blickenstorfer selbst, in welchem er seine Geschichte erzählt:
 
«Von der Kindheit bis in mein heutiges 52-jähriges Erwachsenendasein gelang und gelingt es mir kaum, dem üblichen Lernschema von inhaltlicher Rückkopplung und Verbindung zwischen alter und neuer Information zu folgen (zum Beispiel Lernverbindung geometrischer Kreis bedeutet Kurve gleichen Zentrumsabstands). Anstelle dieses üblichen Lernverhaltens erfolg(t)en die laut Uni/ETH-Fachleuten richtigen mathematischen Lösungen vielmehr durch spekulatives „Zusammenbasteln“ für mich wichtiger Schlüsselerlebnisse und Ereignisse, welche für Andere keine oder nur en passant Bedeutung besitzen. Bei meinem speziellen Lernverhalten fiel/fällt sehr stark auch das Auslassen einfacher Lernschritte wie 2+2=4, gefolgt von raketenartigem Aufstieg zu gewaltigen Geistesleistungen.
 
Als konkretes Beispiel für diesen Sachverhalt:
 
Die Anfang 1974 im Radio und in der «Sendung mit der Maus» erfahrenen Berichte über die niederrheinischen Städte Wesel, Rees und Emmerich am Rhein. Und zwar insbesondere den Lokwechsel von Gleichstrom in Zevenaar/NL zu 16 2/3 Hertz 15 kV Bahnwechselstrom Dtl. Ab Emmerich-Elten bis Emmerich. Wobei folgende Lernweise auffiel: Die Begriffe Grundrechenarten, geometrischer Kreisausschnitt etc. las und speicherte ich nur nach einem Mal. Und zwar, weil ich mir bereits mit dreieinhalb Jahren selbständig fliessend Schreiben und Lesen beibrachte! Das Lernen durch puzzleartiges Zusammensetzen aus dem alten Mathematikbuch und der Fesselung durch die Radio- und Fernsehinformationen über Wesel, Rees und Emmerich bringt mich dazu, das zahlen- und zeitmässige Verhältnis 60 km Reisegeschwindigkeit zu 23 km Distanz Wesel bis Rees und 15 km Rees-Emmerich am Rhein (insgesamt 38 km) laut Uni/ETH-Fachleuten mit der Matrizenrechnung zu bestimmen. Und dass diese ebenso vorliegt bei der Bestimmung Höhen/Breitenzahl der Rechtecke vom alten Rowenta-Fabrikszeichen, welches aus dem höheren obenliegenden roten Rechteck und dem weniger hohen untenliegenden schwarzen mit dem Schriftzug bestand. Durch meine technischen Interessen kann ich ausserdem die Geschwindigkeitszunahme einer alten Autorad-Auswuchtmaschine mit der Integralrechnung bestimmen und dieser inhaltlich zuordnen. Danach erfolgt auch mein breiter Allgemeinbildungs-Erwerb viel weniger via Lernstoff als via der philosophischen Lösungssuche des Begabungsförderungs-Mangels. Das Fazit daraus, ebenfalls aber nur ausserschulisch mit dem Grossvater und Hochschulleuten erörterbar: Unser heutiges Lernsystem (gedankliche Rückkopplung und Inhalts-Übereinstimmungs-Vergleich zwischen altem und neuem Lernschritt (z.B.von 1+1=2 zur Multiplikation 2 mal 2=4) beruht auf dem Aufklärungsphilosophen Kant, dem mittelalterlichen Kirchenphilosophen Thomas von Aquin und den Tübinger Dichterhumanisten Flayderer und Frischlin. Gegenüber diesem üblichen systematischen Lernen sehen Platon, deutsche Lateinhumanisten des 15. Jahrhunderts, Paracelsus und Johann Gottlob Fichte das spekulative Lernen. Das heisst, durch Übereinstimmungs-Vergleich verschiedener Objekte deren inhaltliche Übereinstimmung zu gewinnen (zum Beispiel inhaltlicher Zusammenhang/Uebereinstimmung zwischen geometrischem Kreis und gleichförmigem Wagenrad). Einzig das systembedingte fehlende Eingehen auf meine besondere Lernweise verunmöglicht, dass ich trotz Privatausbildungen wie dem Maturvorbereitungs-Versuch mit der AKAD keinen Mittel-/Hochschulabschluss erreichen kann. Dementsprechend lebe ich heute trotz überdurchschnittlicher Intelligenz von der IV!»
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