elternlobby schweiz https://www.elternlobby.ch Elternverein freie Bildungswahl für alle Thu, 30 Jul 2020 16:15:27 +0000 de-DE hourly 1 Referendum gegen Änderung des Bildungsgesetzes in Baselland https://www.elternlobby.ch/referendum-bildungsgesetz-bl/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=referendum-bildungsgesetz-bl https://www.elternlobby.ch/referendum-bildungsgesetz-bl/#respond Wed, 01 Jul 2020 15:25:18 +0000 https://www.elternlobby.ch/?p=10142 Der Beitrag Referendum gegen Änderung des Bildungsgesetzes in Baselland erschien zuerst auf elternlobby schweiz.

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Baselland: Keine Mitbestimmungsmöglichkeit mehr für die Eltern

Referendum gegen Änderung des Bildungsgesetzes in Baselland

Neu soll die Schulleitung eigenmächtig bestimmen können, wer Sonderschüler*in wird. 😲

Die Änderungen sehen vor, dass Erziehungsberechtigte nur noch ein Anhörungsrecht haben, kein Mitspracherecht mehr. Damit sind wir nicht einverstanden.

Die Elternlobby ergreift das Referendum gegen die drastische Reduzierung der Elternrechte.

Jetzt braucht es Ihre Unterschriften. Jede einzelne Unterschrift zählt, damit dieser Versuch, die Erziehungsberechtigten zu entmündigen, nicht durchkommt.

Unterschreiben Sie jetzt und legen Sie den Unterschriftenbogen bitte bis zum 3. August in Briefkasten.

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Keine Mitbestimmungsmöglichkeit mehr für Eltern

Gesetz: «Angebote der Speziellen Förderung und der Sonderschulung»
„Über die Aufnahme der Angebote der Speziellen Förderung entscheidet vorbehältlich von § 46 die Schulleitung.“ 😮

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Die Petitionen sind eingereicht- was passiert jetzt? https://www.elternlobby.ch/petitionen-eingereicht-was-nun/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=petitionen-eingereicht-was-nun https://www.elternlobby.ch/petitionen-eingereicht-was-nun/#respond Fri, 13 Dec 2019 09:05:18 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9590 Die Petition «Freie Bildungswahl für alle statt für wenige» wurde in 11 Kantonen mit insgesamt über 11'000 Unterschriften eingereicht. Die kantonalen Gruppen versuchen jetzt, mit den zuständigen Behörden und Politikern/Politikerinnen in Dialog zu treten, um effektive und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.

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Die Petition «Freie Bildungswahl für alle statt für wenige» wurde in 11 Kantonen mit insgesamt über 11’000 Unterschriften eingereicht. Die kantonalen Gruppen versuchen jetzt, mit den zuständigen Behörden und Politikern/Politikerinnen in Dialog zu treten, um effektive und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.

Bei auftretenden Schul-Problemen sucht man die Ursache im Charakter des Kindes oder der Erziehungsmethode der Eltern und versucht, das kindliche Verhalten mittels Therapien oder Medikamenten «richtig» zu machen. Die systematischen Probleme, welche durch das Schulsystem hervorgerufen werden, werden dabei ausgeblendet. Diese sind jedoch oft Ursache dafür, dass Kinder Verhaltensauffälligkeiten und/oder Leistungsschwächen zeigen. Darum braucht es dringend Veränderungen und Liberalisierungen im obligatorischen Bildungswesen, damit Eltern den Handlungsspielraum bekommen, um in angemessener Weise für das Wohl ihrer Kinder sorgen zu können.

Alle Eltern, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten, sollten aus unterschiedlichen Bildungsangeboten jenes auswählen können, welches den Begabungen und Neigungen ihres Kindes am besten entspricht!

Die Berichte über die im internationalen Vergleich hierzulande auffällig grossen psychischen Probleme von Kindern und Jugendlichen, die hohe Suizidrate, die Mobbingproblematik und Leistungs-Abnahme beim Lesen sollten uns Eltern, aber sicher auch den Bildungs-Verantwortlichen zu denken geben.

Wenn der Leistungsdruck, die Verakademisierung und Standardisierung der Bildung weiterhin zunehmen, wird auch der Lehrplan 21 nichts daran ändern können, dass unsere Kinder einen immer höheren Preis für die obligatorische Schulzeit bezahlen müssen.

Wie lange wollen wir als Gesellschaft noch hinnehmen, dass immer mehr Kinder und Jugendliche psychisch krank werden? Wie lange wollen wir noch akzeptieren, dass Kinder mit umstrittenen Medikamenten schultauglich gemacht werden? Und wie lange nehmen wir es noch hin, dass Kinder 10 Jahre zwangsunterrichtet werden, mit dem Resultat, dass 25% aller Jugendlichen nicht genügend Lesekompetenz haben, um einen Text zu verstehen? Wie lange können die Verantwortlichen die Augen vor der Realität noch verschliessen?!

Darum bleiben wir dran!

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Landrat Baselland beschliesst: Keine Mitbestimmungsmöglichkeit mehr für die Eltern https://www.elternlobby.ch/baselland-keine-mitbestimmungsmoeglichkeit-mehr-fuer-die-eltern/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=baselland-keine-mitbestimmungsmoeglichkeit-mehr-fuer-die-eltern https://www.elternlobby.ch/baselland-keine-mitbestimmungsmoeglichkeit-mehr-fuer-die-eltern/#respond Fri, 26 Jun 2020 07:07:45 +0000 https://www.elternlobby.ch/petitionen-eingereicht-was-nun-2/ Der Landrat des Kantons Baselland hat in seiner Sitzung vom 11. Juni 2020 fast einstimmig entschieden, dass es in Ordnung ist, wenn die Elternrechte in der Schule quasi auf null gesetzt werden.

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Update: Die Elternlobby ergreift das Referendum gegen die drastische Reduzierung der Elternrechte. Bitte helft uns, die nötigen Unterschriften zusammen zu bringen, damit dieser Versuch, die Erziehungsberechtigten zu entmündigen, nicht durchkommt.

Der Landrat des Kantons Baselland hat in seiner Sitzung vom 11. Juni 2020 fast einstimmig entschieden, dass es in Ordnung ist, wenn die Elternrechte in der Schule quasi auf null gesetzt werden.

Die Änderungen im Gesetz für Bildung sind hauptsächlich in der Implementierung der ISF und der Sonderförderung zu finden, damit diese einen rechtlichen Boden bekommt. Doch bei dieser Gelegenheit wurden auch die Rechte der Eltern auf eine Stufe der Empfehlung und des Mitdenkens herabgesetzt.

Die Schule bestimmt, die Eltern bezahlen

Nun bestimmt die Schule, wer Unterstützung erhält und die entsprechenden Einträge im Zeugnis finden wird. Sie bestimmt auch, wer Sonderschüler wird und das seltene Glück hat, eine Alternative in Form pädagogischer Modelle zu erhalten; dies, weil er oder sie in diesem Schulsystem nicht mehr tragbar ist. Den Eltern wird noch erlaubt, sich, ohne dass es etwas bringen würde, dazu zu äussern und leer zu schlucken; und die Steuern wollen gefälligst bezahlt sein.

Sind sie damit nicht einverstanden, können die Eltern ihr Kind auf eine freie Schule (private Trägerschaft mit öffentlichem Angebot) schicken. Aber dann müssen sie nicht nur diese kostspielige freie Schule bezahlen, sondern mit den nicht verringerten Steuern auch die öffentlichen Schulen, auf jene ihr Kind nicht einmal mehr geht.

Keine Diskussion

Dass eine solch drastische Reduktion der Elternrechte nicht einmal eine erwähnenswerte Diskussion erzwungen hat, zeigt, in welcher Selbstherrlichkeit der Landrat vorgeht. Diese Art von Machenschaften sind wir uns wohl eher von totalitären Staatsformen gewohnt.

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Neuigkeiten aus der Welt der elternlobby https://www.elternlobby.ch/neuigkeiten-elternlobby/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=neuigkeiten-elternlobby https://www.elternlobby.ch/neuigkeiten-elternlobby/#comments Thu, 07 Nov 2019 11:44:26 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9482 In den letzten Wochen haben wir quer durch die Schweiz Unterschriften für unsere Petitionen „Bildungswahl für alle statt für wenige“ gesammelt. Zudem wurden im Mai Nicole Wyss, Regula Reist und Fredi Jaberg in den Vorstand aufgenommen. Fredi Jaberg übernahm das Präsidium von Pia Amacher.

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Petitionen: „Bildungswahl für alle statt für wenige“

In den letzten Wochen haben wir quer durch die Schweiz Unterschriften für unsere Petitionen „Bildungswahl für alle statt für wenige“ gesammelt. Es sind bereits über 8’000 Unterschriften eingegangen. Die Petitionen können noch bis am 13.11.2019 online unterschrieben werden.

Die meisten Petitionen werden um den 20.11.2019, dem internationalen Tag der Kinderrechte, eingegeben. In Baselstadt wird es bei der Überreichung der zwei Petitionen sogar eine musikalische Umrahmung geben.

Jetzt Petition direkt online unterschreiben

Der Neue Vorstand

Im Mai wurden Nicole Wyss, Regula Reist und Fredi Jaberg in den Vorstand aufgenommen. Fredi Jaberg übernahm das Präsidium von Pia Amacher. Er bekam auch den Auftrag, den Vorstand mit der Einführung einer Geschäftsstelle zu entlasten, indem diese die administrativen, alltäglichen Arbeiten ausführt; während der Vorstand die strategische Ausrichtung vorgibt.

Wir danken Pia Amacher und Michael Suter für ihre langjährigen Dienste im Vorstand. Ohne ihr unglaubliches Engagement wäre die elternlobby nicht das, was sie heute ist.


Weitere News zur „Bildungswahl für alle statt für wenige“

Im Kanton Baselland gibt es im kleinen Rahmen die freie Schulwahl in der Sekundarschule. Aber nur zur Optimierung der Klassengrösse. Politik und Schulbehörden sind bei der Schulwahl durch die Eltern dagegen. Es werden kaum mehr Kinder in einer Privatschule finanziell unterstützt, welche in der öffentlichen Schule leiden. Und so beugen die zuständigen Behörden die bestehenden Rechtsmöglichkeiten der Eltern. Dagegen wehren wir uns als elternlobby aktiv. Und das auch erfolgreich. Dank dem Widerstand der elternlobby und anderen wurde ein Vorstoss im Landrat zurückgezogen, welcher die Eltern faktisch entrechtet hätte und diese Rechte den Schulleitungen übertragen hätte.

Stadt St. Gallen: Erstmals freie Schulwahl
Dieses Jahr konnten die Sechstklässler zum ersten Mal zwischen fünf Schulhäusern der städtischen Oberstufen frei wählen. Schon vorher hatten sie die Möglichkeit, die Katholische Kantonssekundarschule „Flade“ als Alternative zu den staatlichen Oberstufenschulen zu wählen. In einzelnen Nachbargemeinden von St. Gallen, welche keine eigene Oberstufenschulen führen, z. B. Mörschwil, hatten schon bisher die Sechstklässler eine Wahlmöglichkeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Schulen, wie z. B. „Flade“.

Im Kanton Freiburg hat sich die Sektion der elternlobby mit dem Namen Fri-kids neu positioniert.

Elternberatungsstellen

Wir freuen uns, dass die Elternberatungsstellen der elternlobby.ch rege genutzt werden.

Neu: Stärkeres Engagement in der Öffentlichkeitsarbeit

Um dem Zerrbild „Schulwahl sponsert Privilegierte“ entgegenzutreten und aufzuzeigen, dass mit einer freien Schulwahl die jetzt existierende „Zwei-Klassengesellschaft“ in der Bildung aufgehoben werden soll. Es darf nicht sein, dass nur Vermögende ihrem Kind das pädagogische Modell zukommen lassen können, welches ihm gut tut.

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Briefbuchaktion: Kinder haben Rechte – auch in der Bildung! https://www.elternlobby.ch/briefbuchaktion/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=briefbuchaktion https://www.elternlobby.ch/briefbuchaktion/#respond Wed, 06 Nov 2019 13:31:57 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9458 30 Jahre Kinderrechte in der Schweiz Liebe Familien, Lehrer, Bildungsinteressierte Habt ihr mit Kindern und Bildung zu tun und möchtet mit Kindern zusammen jetzt ein Zeichen setzen? Macht ihr mit bei der Briefbuchaktion? Am 20. November 2019 werden auf dem Bundesplatz in Bern 30 Jahre Kinderrechte in der Schweiz gefeiert. Pro Juventute, Kinderschutz Schweiz, Stiftung […]

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30 Jahre Kinderrechte in der Schweiz


Liebe Familien, Lehrer, Bildungsinteressierte

Habt ihr mit Kindern und Bildung zu tun und möchtet mit Kindern zusammen jetzt ein Zeichen setzen?
Macht ihr mit bei der Briefbuchaktion?

Am 20. November 2019 werden auf dem Bundesplatz in Bern 30 Jahre Kinderrechte in der Schweiz gefeiert. Pro Juventute, Kinderschutz Schweiz, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi und Unicef laden alle Kinder ein, an diesem Tag ihre Anliegen zu äussern und sichtbar zu machen.

Welches sind die Bedürfnisse und Rechte der Kinder in Bildungsfragen?

In der Briefbuchaktion möchten wir möglichst viele Kinder zu dieser Frage zu Wort kommen lassen:
Wir sammeln Briefe und Zeichnungen der Kinder und binden sie zu einem Buch zusammen, welches wir am 20. November auf dem Bundesplatz an Pro Juventute übergeben werden.
Damit kein Statement verloren geht, werden wir alle Briefe und Zeichnungen scannen.

Für das Binden ist es hilfreich, wenn alle Briefe und Zeichnungen das gleiche Format haben:
A4 quer, eher dickes Papier. Auf das Blatt kommt ein Text / eine Zeichnung des Kindes und ein Menschenrecht. Wer will, kann Name und Alter angeben. Am linken Rand muss ein Streifen von 4cm für den Bindefalz freigelassen werden. Auf der Rückseite können ein paar Worte aus der Sicht der Eltern platziert werden.

Bitte sendet euer Couvert bis am 16. Nov an folgende Adresse: Prisca Ziegler, Unterdorfstrasse 60, 5621 Zufikon. Am 16. Nov. binden wir das Buch.

Hier findet ihr eine Sammlung an Kinderrechten, welche in Bezug zu Bildung stehen.

Wir freuen uns sehr darauf, den Kindern mit euch zusammen Raum für ihre Anliegen zu geben.

Dieser Beitrag darf gern weitergestreut werden.

Mit kindlich verspielten Grüssen

Die Initiantinnen:
Eva Bonauer (Mutter, Lehrerin / Begleiterin an einer Privatschule)
Prisca Ziegler (Mutter, Kindergärtnerin)
Alexandra Barp (Mutter, Homeschooling, Kinder- und Jugendarbeiterin)

Bild von jacqueline macou auf Pixabay.

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Freie Schulwahl? Ja, aber wie? https://www.elternlobby.ch/freie-schulwahl-ja-aber-wie/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=freie-schulwahl-ja-aber-wie https://www.elternlobby.ch/freie-schulwahl-ja-aber-wie/#respond Tue, 27 Aug 2019 09:52:27 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9649 Erwin Ogg, Vorstandsmitglied der Elternlobby Schweiz (Bildungsforum «Schule Schweiz» 27.08.2019) Die neue Präsidentin des schweizerischen Lehrerverbandes, Dagmar Rösler, lehnt in einem Interview mit dem Newsportal Bluewin eine freie Schulwahl kategorisch ab. Ihre undifferenzierte Argumentationsweise zeigt deutlich, dass es ihr nicht primär um eine möglichst gute Förderung aller Kinder geht, sondern um die Bewahrung des staatlichen […]

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Erwin Ogg, Vorstandsmitglied der Elternlobby Schweiz (Bildungsforum «Schule Schweiz» 27.08.2019)

Die neue Präsidentin des schweizerischen Lehrerverbandes, Dagmar Rösler, lehnt in einem Interview mit dem Newsportal Bluewin eine freie Schulwahl kategorisch ab. Ihre undifferenzierte Argumentationsweise zeigt deutlich, dass es ihr nicht primär um eine möglichst gute Förderung aller Kinder geht, sondern um die Bewahrung des staatlichen Monopols im öffentlichen Bildungswesen, das heisst um Verbandsinteressen.

Der politisch, religiös und auch pädagogisch neutrale Verein Elternlobby Schweiz setzt sich hingegen für Vielfalt und Wahlfreiheit im öffentlichen Bildungswesen ein. Warum? Der Sprachwissenschaftler Mario Andreotti, Befürworter einer „starken“ Volksschule, räumte in einer Kolumne im St. Galler Tagblatt unumwunden ein, „dass manche Schüler, die in den staatlichen Schulen durch das Raster fallen, in privaten Einrichtungen bisweilen aufblühen“. Volksschulen sind eben nicht für alle Kinder Erfolgsschulen. Studien und viele Medienberichte der vergangenen Jahre deuten denn auch klar darauf hin, dass eine erhebliche Minderheit der Kinder Probleme mit diesen hat. Beispiele: Zahlreiche Schüler, welche frustriert die Schule abbrechen, eine Klasse repetieren, überfordert oder unterfordert sind, durch den Leistungsdruck krank werden oder teure sonderpädagogische Massnahmen benötigen, um einigermassen über die Runden zu kommen.

Es sollte endlich eingesehen werden, dass für eine gute Förderung aller Kinder angesichts ihrer unterschiedlichen Entwicklung und Begabungen Schulen mit verschiedenen pädagogischen Konzepten und Schwerpunkten nötig sind. Soll dazu das bisher öffentliche Schulsystem privatisiert werden? Nein, ganz im Gegenteil: Schulen mit privater Trägerschaft sollen veröffentlicht werden, wenn sie wie die staatlichen Schulen offen und unentgeltlich für alle Kinder zugänglich sein wollen. Dies bedingt natürlich eine öffentliche Finanzierung dieser sogenannten Freien Schulen mit einer Schülerpauschalen. Dass eine öffentliche Institution auch eine privatrechtliche Trägerschaft haben kann, zeigen etwa die Privatbahnen. Innerhalb des um die Freien Schulen erweiterten öffentlichen Bildungssystems sollen dann die Eltern ein für ihr Kind geeignetes Schulkonzept frei wählen können.

Die Erfahrungen vieler Länder mit freier Schulwahl zeigen: Die grosse Mehrheit der Eltern wählt die nächstgelegene Schule. Auch bei einer freien Schulwahl wird die heute vom Staate zugewiesene Schule die Regelschule bleiben. Manche Kinder werden aber bessere Entwicklungsmöglichkeiten finden. Damit wird auch die Chancengerechtigkeit erhöht. Der Gefahr von verstärkter sozialer Entmischung kann durch geeignete staatliche Rahmenbedingungen entgegengewirkt werden. Dazu gehört eine gute Information der Eltern über die Wahlmöglichkeiten, insbesondere von sozial benachteiligten Schichten.
Die Elternlobby sammelt zurzeit in 11 Kantonen Unterschriften für Petitionen mit dem Titel „Bildungswahl für alle statt für wenige, damit alle Kinder ihr Potenzial entfalten können“.

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Schweden kämpft mit einem Zweiklassensystem https://www.elternlobby.ch/schweden-zweiklassensystem/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=schweden-zweiklassensystem https://www.elternlobby.ch/schweden-zweiklassensystem/#respond Mon, 06 Jan 2020 08:49:40 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9856 Rudolf Hermann (NZZ 6.1.2020) Schweden ist bei der Bildungspolitik einen anderen Weg gegangen als Finnland. In den 1990er Jahren wurde die Führung der Schulen von der Bundes- auf die Gemeindeebene verlagert und die freie Schulwahl zu einem leitenden Prinzip erhoben. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit zur Gründung privat geführter, sogenannt freier Schulen geschaffen. Diese unterstehen der […]

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Rudolf Hermann (NZZ 6.1.2020)

Schweden ist bei der Bildungspolitik einen anderen Weg gegangen als Finnland. In den 1990er Jahren wurde die Führung der Schulen von der Bundes- auf die Gemeindeebene verlagert und die freie Schulwahl zu einem leitenden Prinzip erhoben. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit zur Gründung privat geführter, sogenannt freier Schulen geschaffen. Diese unterstehen der Aufsicht durch die nationale Bildungsbehörde. Um die Chancengleichheit für alle zu wahren, wurde ein Voucher-System eingeführt: Die staatlichen Subventionen sind nicht an Schulen, sondern an die einzelnen Schüler geknüpft. Diese bringen das Geld quasi mit in ihre Schule, ob öffentlich oder privat. Im Gegenzug dürfen Privatschulen kein Schulgeld erheben, sondern nur in beschränktem Ausmass Fundraising-Aktivitäten betreiben.

Die freien Schulen sind in Schweden von sehr unterschiedlicher Ausrichtung und Qualität. Etablierte Einrichtungen haben eine grosse Anziehungskraft entwickelt und führen lange Wartelisten. Familien müssen ihre Kinder früh anmelden, wenn sie einen Platz ergattern wollen. Für Kinder, deren Eltern sich nicht für die Möglichkeiten der freien Schulwahl interessieren oder die erst in jüngerer Zeit zugewandert sind, ist der Zugang zu den freien Schulen guter Reputation deshalb oft versperrt. Ihnen bleiben die öffentlichen Schulen, die nicht selten in eine finanzielle und qualitative Abwärtsspirale geraten, wenn sie im Einzugsgebiet attraktiver Alternativen liegen.

Die wachsende Segregation widerspricht dem Grundgedanken der Chancengleichheit und bereitet der Politik zunehmend Kopfschmerzen. Allerdings liegen wesentliche Gründe ausserhalb des Schulsystems. So bildeten sich in den grösseren Städten über Jahrzehnte Aussenquartiere mit sehr hohem Immigrantenanteil heraus, was die lokalen Schulen logischerweise mitprägte. Der Anteil von Schülern, die nicht Schwedisch als Muttersprache sprechen, liegt an gewissen Orten weit über der Hälfte.

Es sind solche Schulen, die eigentlich die besten Lehrer benötigen, aber kaum Zugang haben zu diesen, weil sie ein unattraktives Umfeld darstellen. Die Regierung versucht nun, mit mehr Ressourcen gezielt gegenzusteuern. Allgemein aber hat Schweden das Problem, dass viele Lehrer nach der Ausbildung den Schuldienst ernüchtert verlassen und versuchen, in anderen Erwerbszweigen unterzukommen. Wenn Vertrauen in die öffentliche Schule ein Eckstein für den Erfolg des Bildungswesens sein soll, dann hat Schweden hier bedeutenden Aufholbedarf. Ein Hoffnungsschimmer für die schwedischen Bildungspolitiker sind immerhin die jüngsten Pisa-Werte, die nach einer Delle in der ersten Hälfte der Dekade wieder nach oben zeigen.

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Die unterschiedliche Handhabung des Heimunterrichts in den Kantonen bringt Chancenungleichheit und birgt die Gefahr der Willkür. Die Politik sollte hier eingreifen https://www.elternlobby.ch/erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen-3/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen-3 https://www.elternlobby.ch/erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen-3/#respond Mon, 16 Sep 2019 08:39:10 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9861 Jörg Krummenacher (NZZ 16.9.2019) Denn ein Staat, der die Bildungsziele als verbindlich definiert, macht sich unglaubwürdig, wenn er deren Einhaltung nicht mehr kontrollieren kann. Für Eltern mit der nötigen Kompetenz sollte die Freiheit zum Homeschooling dennoch gewahrt bleiben. Jedes 500. Kind in der Schweiz wird von seinen Eltern zu Hause unterrichtet. Homeschooling ist somit keineswegs […]

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Jörg Krummenacher (NZZ 16.9.2019)

Denn ein Staat, der die Bildungsziele als verbindlich definiert, macht sich unglaubwürdig, wenn er deren Einhaltung nicht mehr kontrollieren kann. Für Eltern mit der nötigen Kompetenz sollte die Freiheit zum Homeschooling dennoch gewahrt bleiben.

Jedes 500. Kind in der Schweiz wird von seinen Eltern zu Hause unterrichtet. Homeschooling ist somit keineswegs ein Massenphänomen. Dennoch ist bemerkenswert, dass sich die Zahl der heimbeschulten Kinder innert weniger Jahre vervielfacht hat. Für einen Teil der Eltern sind weltanschaulich-religiöse Motive dafür ausschlaggebend, den Nachwuchs von den Schulstuben fernzuhalten: Sie wollen beispielsweise nicht, dass ihre Kinder im Klassenverband in Fragen der Sexualkunde unterrichtet werden. Das sei Privatsache, finden sie. Andere begründen den Unterricht zu Hause mit grundsätzlichen Vorbehalten gegenüber dem Schulbetrieb, Dritte sehen ihre Sprösslinge nur unter elterlicher Obhut individuell genügend gefordert, gefördert und womöglich auch behütet.

Auch beim Homeschooling stellt sich die Frage des Masses: Wie viel Freiheit und wie viel staatlicher Ein- und Zugriff soll sein? Bund und Justiz delegieren die Antwort an die Kantone: Denn Volksschule ist Kantonssache, und es existiert kein nationales Recht auf Homeschooling. Den Kantonen bleibt also freigestellt, Homeschooling zuzulassen oder nicht. Das führt heute zu Masslosigkeit nach oben wie nach unten: Die einen lassen es mehr oder weniger unkontrolliert zu, die anderen verunmöglichen es.

Das ist unbefriedigend. Nicht nur wegen der damit verbundenen Chancenungerechtigkeit, sondern auch wegen der Überforderung staatlicher Organe in den einen und wegen der Gefahr behördlicher Willkür in anderen Kantonen. Man nehme den besonders liberalen Kanton Bern, wo derzeit 665 Kinder von ihren Eltern beschult werden. Der kantonalen Schulaufsicht obliegt die Überprüfung, ob der Heimunterricht die schulischen Ziele erreicht. Für eine seriöse Überprüfung fehlt indes das Personal, die Aufsicht wird zur Farce.

Die Gefahr der Willkür illustriert der Vergleich Berns mit St. Gallen: In beiden Kantonen ist Homeschooling bewilligungspflichtig, ein Lehrdiplom wird aber nicht explizit vorgeschrieben. Während in Bern die Praxis grosszügig ist, zeigt sich der sankt-gallische Erziehungsrat restriktiv: Er hat in zehn Jahren keine einzige Bewilligung erteilt – eine Gängelung, die eines liberalen Staates unwürdig ist. Selbst in der so hoch gehaltenen kantonalen Bildungshoheit tut deshalb ein Mindestmass an Harmonisierung not. In grundlegenden Bereichen der Volksschule haben dies Bund und Kantone längst realisiert. Die Homeschooling-Nische hingegen ist bisher unbefleckt geblieben – mit fragwürdigen Folgen: Während einzelne Kantone eine Sogwirkung ausüben, beispielsweise auf Familien mit fundamentalistischem Hintergrund, bleibt in anderen Kantonen selbst Lehrkräften, die sich einige Monate mit ihrer Familie auf Auslandreise begeben möchten, die Beschulung ihrer Kinder verunmöglicht.

Die Politik ist gut beraten, Homeschooling in moderatem Rahmen zu harmonisieren. Ein Staat, der die Bildungsziele und Lehrpläne als verbindlich definiert, macht sich einerseits unglaubwürdig, wenn er deren Einhaltung nicht mehr kontrollieren kann. Anderseits sollte die Freiheit auf Homeschooling für alle Eltern gelten, die dafür über die nötige Kompetenz verfügen. Auch künftig werden nur verhältnismässig wenige Kinder zu Hause unterrichtet werden. Aber es sind zu viele geworden, als dass es sich Bund und Kantone noch leisten könnten, ihre Hausaufgaben nicht zu machen.

Link zum vollständigen Artikel: «Die unterschiedliche Handhabung des Heimunterrichts in den Kantonen bringt Chancenungleichheit und birgt die Gefahr der Willkür. Die Politik sollte hier eingreifen» [NZZ 16.9.2019]

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Zehn Jahre integrative Schule: Statt Förderung herrscht vielerorts Überforderung – das muss sich ändern https://www.elternlobby.ch/erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen-2/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen-2 https://www.elternlobby.ch/erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen-2/#respond Fri, 28 Feb 2020 08:36:12 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9865 Daniel Fritzsche (NZZ 28.2.2020) Der integrative Unterricht wird von vielen Lehrerinnen, Eltern und Schülern als Belastung angesehen. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung. An der Zürcher Volksschule zeigt sich, was passiert, wenn egalitäre Ideologie mit der Wirklichkeit kollidiert. Seit zehn Jahren versucht der Kanton krampfhaft, die Wunschvorstellung einer Schule, an der alle Schülerinnen und Schüler – […]

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Daniel Fritzsche (NZZ 28.2.2020)

Der integrative Unterricht wird von vielen Lehrerinnen, Eltern und Schülern als Belastung angesehen. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung.

An der Zürcher Volksschule zeigt sich, was passiert, wenn egalitäre Ideologie mit der Wirklichkeit kollidiert. Seit zehn Jahren versucht der Kanton krampfhaft, die Wunschvorstellung einer Schule, an der alle Schülerinnen und Schüler – auch solche mit besonderen Bedürfnissen – Platz haben, in die Realität umzusetzen. Doch der Traum der integrativen Schule hat sich bis heute nicht erfüllt.

Viele sind unzufrieden; Kritik kommt von Lehrerinnen, Schülern und Eltern. Aber auch aus finanzpolitischer Sicht sollte das integrative System, so wie es heute gelebt wird, dringend überdacht werden. An oberster Stelle aller Überlegungen muss das Kindswohl stehen.

Wenn in einer Umfrage unter 10 000 Lehrerinnen und Lehrern mehr als die Hälfte angibt, dass sie die integrative Schulung als Zusatzbelastung wahrnehme, dann ist der Handlungsbedarf gross. Statt Förderung herrscht vielerorts Überforderung. Der Lehrerverband macht es sich zu leicht, wenn er nach «zusätzlichen Ressourcen» ruft. Der Mangel an Fachpersonen – vor allem bei den Heilpädagoginnen – ist heute schon ein Problem. Das Ziel kann es darum nicht sein, noch mehr Personal in die Klassenzimmer zu stellen. Für jeden Schüler eine eigene Lehrperson, das ist kein hoffnungsvolles Zukunftsszenario.

Manchmal sinnlos

Manchen Klassen stehen bereits jetzt neben der Lehrerin und dem Heilpädagogen auch noch Lehrer für Deutsch als Zweitsprache, Klassenassistenzen und Zivildienstleistende unterstützend zur Seite. Das ist oft zu viel des Guten. Im Unterricht herrscht Unruhe, ein Gewusel. Damit sich die Schüler konzentrieren können, werden Kopfhörer verteilt.

Zehn Jahre nach dem Systemwechsel muss konstatiert werden: Es gibt Situationen, in denen eine Integration schlicht keinen Sinn hat. Dann etwa, wenn eine Schülerin mit dem Pflichtstoff masslos überfordert ist oder wenn ein Schüler den Unterricht dermassen stört, dass seine Klassenkameraden abgelenkt und die Lehrpersonen total absorbiert sind. Dann sind Sonderschulen und Kleinklassen die besseren Mittel als hartnäckige Versuche, Kinder in eine Regelklasse zu pressen. Auch für die betroffenen Schüler kann dies Vorteile haben: Auf ihre Bedürfnisse kann besser eingegangen werden, sie haben Lernerfolge und müssen sich nicht stets mit den fortgeschritteneren Klassenkameraden vergleichen.

Um das an und für sich löbliche Ziel der Integration doch noch – zumindest teilweise – zu erreichen, können Sonderschulen beispielsweise vermehrt in reguläre Schulhäuser aufgenommen werden. Begegnungen fänden so immerhin auf dem Pausenplatz statt. «Weichere» Schulfächer wie Musik oder Zeichnen können auch in Zukunft integrativ geführt werden.

Unnötige Kosten

Überdacht werden sollte auch das heutige Verteilsystem, das falsche Anreize schafft und unnötige Kosten generiert. Die Zahl der integrierten Sonderschüler ist in den letzten Jahren stark angestiegen – zu stark. Je mehr Kinder den Sonderschulstatus erhalten, desto mehr Ressourcen werden gesprochen: Das ist ein Mechanismus, der keinen Sinn hat und von Bildungsexperten zu Recht als «absurd» bezeichnet wird. Hier ist eine Änderung dringend nötig.

Grundsätzlich gelten Investitionen im Bildungsbereich aus volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Überlegungen als sinnvoll. Jedoch gilt es auch hier Mass zu halten. Wo Steuergelder verschleudert werden, muss Einhalt geboten werden – vor allem dann, wenn der Nutzen für das Gros der Kinder, Eltern und Lehrer nicht erkennbar ist.

Link zum vollständigen Artikel: «Zehn Jahre integrative Schule: Statt Förderung herrscht vielerorts Überforderung – das muss sich ändern» [NZZ 28.2.2020]


Nils Pfändler (NZZ 28.2.2020)

INTERVIEW
FDP-Gemeinderätin Bourgeois: «In meinen Augen ist die ganze Aktion gescheitert»
Die langjährige Primarlehrerin und FDP-Gemeinderätin Yasmine Bourgeois kritisiert die schulische Integration im Kanton Zürich scharf. Sie schlägt einen grundsätzlichen Richtungswechsel vor.

Seit knapp zehn Jahren versucht der Kanton Zürich, Kinder mit Beeinträchtigungen vermehrt in Regelklassen zu integrieren. Wie gut ist das aus Ihrer Sicht gelungen?
In meinen Augen ist die ganze Aktion gescheitert. So, wie wir es jetzt machen, funktioniert die Integration nicht.

Warum?
Kinder, die dem Schulstoff nicht mal ansatzweise folgen können, sind in Regelklassen schlicht am falschen Ort. Für sie ist es kein Vergnügen, Tag für Tag zu erleben, dass sie nichts verstehen. Später arbeiten sie auch nicht in einem völlig ungeeigneten Beruf. Jemand mit einer Mathematikschwäche wird nie als Analyst tätig sein.

Ist die Volksschule aber nicht ein Ort, an dem Integration stattfinden sollte?
Integration findet nicht nur in der Schule statt, sie kann auch in Theatergruppen oder Sportvereinen stattfinden. Kinder mit Beeinträchtigungen können in Regelklassen ohnehin nicht so gefördert werden, wie es eigentlich möglich wäre. Die Integration nützt ihnen nichts. Sie sind in Kleinklassen oder Sonderschulen häufig besser aufgehoben.

Die Kinder können also nicht von der Integration profitieren?
Viele Sonderschullehrpersonen sagen mir, dass die Kinder aus den Regelklassen grosse Rückstände auf ihre gleichaltrigen Klassenkameraden aufweisen. Sie sind weniger selbständig und haben kein eigenes Lernverhalten, weil sie selten Lernerfolge erleben.

Wo liegen denn die Probleme im Regelunterricht?
Es wird ganz viel Zeit verbraten, in der diese Kinder unproduktiv sind. Man stellt zwar Hilfspersonal an, die für einzelne Lektionen pro Woche mit ihnen arbeiten. In allen anderen Schulstunden sind sie aber fast auf sich allein gestellt, da die Klassenlehrperson sich auch noch um andere Kinder kümmern muss. Niemand ist dann so richtig da für diese Kinder.

Brauchte es also mehr Ressourcen?
Die schulische Heilpädagogik in Regelklassen kostet heute schon alleine im Kanton Zürich rund 100 Millionen Franken pro Jahr. Die totalen Kosten für die Sonderschulen und die schulische Integration belaufen sich auf mehr als eine halbe Milliarde Franken pro Jahr. Das ist ganz grob geschätzt ein Viertel der Gesamtkosten für die Volksschule, der für lediglich 4 Prozent der Kinder verwendet wird. Das ist einfach nicht effizient.

Sollte es uns das nicht wert sein?
Wenn es etwas bringen würde, auf jeden Fall! Bildung darf etwas kosten. Aber wir buttern Geld in ein System, das nicht funktioniert. Die Bildung wird dadurch nicht besser, sie wird schlechter. Das geht auf Kosten aller Kinder.

Also auch von denjenigen ohne Beeinträchtigung?
Ja. Das Argument, dass die anderen Kinder nicht am Lernen gehindert werden, lasse ich nicht gelten. Aus meiner Erfahrung ist das der Fall. Es entsteht zu viel Unruhe im Klassenzimmer. Es ist ein Kommen und Gehen von Heilpädagoginnen, Zivildienstlern, Klassenassistentinnen und Therapeuten. Heute gibt es fast in jedem Klassenzimmer Gehörschutze für die Schülerinnen und Schüler.

Die Vermittlung von Lerninhalten ist die wichtigste Aufgabe der Volksschule. Doch auch soziale Kompetenzen, wie Toleranz, sollten gefördert werden.
Ja, aber doch nicht auf Kosten der integrierten Kinder. Und man muss sich schon fragen, ob zum Beispiel eine Mathematikstunde der geeignete Ort ist, um soziale Kompetenzen zu erwerben. Wir können uns in der Bildung eine Nivellierung nach unten nicht leisten.

Wie wird im Lehrerzimmer über integrative Förderung gesprochen?
Das ist völlig unterschiedlich. Viele haben Bedenken, den Kindern nicht gerecht zu werden. Andere sind der Meinung, dass wir in der Pflicht stehen und das der Gesellschaft schuldig sind.

Sie sind seit 16 Jahren Primarlehrerin. Haben Sie selber Erfahrungen mit integrativer Förderung gemacht?
Ja, natürlich, haufenweise. Zum Beispiel hatte ich einmal einen Jungen mit starken Lernbehinderungen in meiner Klasse, der dem Schulstoff überhaupt nicht folgen konnte. Aber auch sozial war er ganz in seiner eigenen Welt. Die anderen Kinder waren nett zu ihm, aber richtige Freunde hat er in der Klasse nicht gefunden.

Wie haben Sie reagiert?
Die Mutter des Jungen hat einen Wechsel an eine Sonderschule vorgeschlagen. Die Primarschule hat das aber mit der Begründung verweigert, dass wir ein integratives Schulsystem hätten. Schliesslich intervenierte die Mutter, seither besucht das Kind eine Privatschule.

Wie könnte die Situation aus Ihrer Sicht verbessert werden?
Kleinklassen wären eine Möglichkeit. Oder Formen der Teilintegration. Die Kinder könnten in gewissen Fächern separiert und in anderen, wie zum Beispiel im Sport, im Zeichnen oder im Musikunterricht, in die Regelklassen integriert werden.

Link zum vollständigen Artikel: «FDP-Gemeinderätin Bourgeois: «In meinen Augen ist die ganze Aktion gescheitert»» [NZZ 28.2.2020]

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Erstmals freie Schulwahl in St.Gallen https://www.elternlobby.ch/erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen https://www.elternlobby.ch/erstmals-freie-schulwahl-in-st-gallen/#respond Fri, 12 Jul 2019 09:13:04 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9643 Seraina Hess (Tagblatt 12.7.2019) Zum ersten Mal in der Geschichte der St.Galler Oberstufe haben Jugendliche selbst gewählt, wo sie den Unterricht besuchen werden. Wer nach den Sommerferien an die Oberstufe übertritt, musste sich schon Anfang Jahr für ein Schulhaus entscheiden. Denn die St.Galler Sechstklässlerinnen und Sechstklässler hatten nicht nur erstmals die Gelegenheit, sich unabhängig von […]

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Seraina Hess (Tagblatt 12.7.2019)

Zum ersten Mal in der Geschichte der St.Galler Oberstufe haben Jugendliche selbst gewählt, wo sie den Unterricht besuchen werden.

Wer nach den Sommerferien an die Oberstufe übertritt, musste sich schon Anfang Jahr für ein Schulhaus entscheiden. Denn die St.Galler Sechstklässlerinnen und Sechstklässler hatten nicht nur erstmals die Gelegenheit, sich unabhängig von der Konfession für die Katholische Kantonssekundarschule Flade anzumelden. Auch zwischen fünf Schulhäusern der städtischen Oberstufen konnten sie frei wählen. Dies ist unter anderem möglich, weil es seit 2017 keine reinen Real- respektive Sekundarschulhäuser mehr gibt. Stattdessen führt jedes Schulhaus beide Stufen.

Auf dem Anmeldeformular konnten die Jugendlichen einen oder mehrere Wünsche anbringen. «Wenn möglich wurde die Wahl berücksichtigt», sagt Marlis Angehrn, Leiterin Schule und Musik der Stadt St.Gallen. Ausgeglichene Klassengrössen, zumutbare Schulwege und Raumkapazitäten hätten aber ebenfalls eine Rolle gespielt. Konnte ein Kind nicht wunschgemäss eingeteilt werden, wurde darauf geachtet, keine einzelnen Kinder einer Klasse oder eines Quartiers allein in ein Oberstufenschulhaus zu schicken.

Link zum vollständigen Artikel: «Erstmals freie Schulwahl in St.Gallen: Die meisten Jugendlichen wollen an die Blumenau» [Tagblatt 12.7.2019]

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Petition: Freie Bildungswahl für alle statt für wenige https://www.elternlobby.ch/petition/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=petition https://www.elternlobby.ch/petition/#respond Tue, 08 Jan 2019 11:12:46 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=7380 Ihre Unterschrift zählt! Das heutige Schulsystem möchte allen Kindern gerecht werden und stösst dabei an deutliche Grenzen. Zuviele Kinder leiden und können ihr Potenzial nicht entfalten. Unterschreiben Sie jetzt die Petitionen, damit alle Kinder ihr Potenzial entfalten können! Unterschreiben geht unabhängig von Wohnort, Nationalität und Alter.

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Petitionen: Freie Bildungswahl für alle statt für wenige

Die Petitionen wurden erfolgreich überreich!

Herzlichen Dank für Ihren Einsatz. Mehr Neuigkeiten zu den einzelnen Petitionsübergaben folgen hier.

Bleiben Sie über das aktuelle Geschehen aktuell informiert via Facebook und Twitter.

Das heutige Schulsystem möchte allen Kindern gerecht werden und stösst dabei an deutliche Grenzen. Zuviele Kinder leiden und können ihr Potenzial nicht entfalten. Damit alle Kinder ihr Potenzial entfalten können, wurden in elf Kantonen die Petitionen „Freie Bildungswahl für alle statt für wenige lanciert.

Die kantonalen Gruppen benötigen weitere Unterstützung, um kontinuierlich auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.
Bei Interesse melden Sie sich doch bitte unverbindlich bei den kantonalen Vertretern.
Auch ’nur‘ ein EINMALIGER Einsatz würde schon sehr unterstützen!

Falls Sie in Ihrem Kanton auch eine Petition starten wollen, können Sie sich gerne bei info@elternlobby.ch melden.

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Filmvorführung & Diskussion: CaRabA in der Schweiz https://www.elternlobby.ch/filmvorfuehrung-diskussion-caraba/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=filmvorfuehrung-diskussion-caraba https://www.elternlobby.ch/filmvorfuehrung-diskussion-caraba/#respond Mon, 06 May 2019 09:20:59 +0000 http://www.elternlobby.ch/?p=9035 Der erfolgreiche Film CaRabA zum 2. Mal in der Schweiz – in Anwesenheit des Initianten Bertrand Stern.

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Filmvorführung & Diskussion: CaRabA in der Schweiz

Der erfolgreiche Film CaRabA zum 2. Mal in der Schweiz – in Anwesenheit des Initianten Bertrand Stern

„Der Film ist sicherlich ein wertvoller Beitrag, der Mut macht, dass da etwas geht, was wir bisher gar nicht im Blick hatten. Und es ist ja immer so, dass am Anfang einer großen Entwicklung und eines großen Veränderungsprozesses, erstmal ein Traum da sein muss, wie es anders gehen könnte.“
(Gerald Hüther, Neurobiologe und Bestseller-Autor)

Der fiktionale Kinofilm CaRabA zeigt eine Welt ohne Schulen. Fünf junge Menschen finden in dieser neuen Bildungslandschaft ihren ganz eigenen Weg. Phantasievoll untersucht der Coming-of-Age Film, wie das Leben selbst zum fortwährenden Bildungserlebnis wird. Der erste Spielfilm zur Zukunft der Bildung regt an, gemeinsam Visionen zu entwickeln. Die Ausgangsfrage ist: Wann und wo geschieht Bildung eigentlich?

Nach dem Film steht der Initiant in jedem Ort für einen Dialog zur Verfügung (Chur nur am 14.10.19).
Vor dem Film bietet sich das Werkstattgespräch mit Bertrand Stern an – siehe unten.
Eintrittspreise je nach Ort und Kino.

Basel 11.10.19: 19.00 Spielhalle Volta www.spielhalle-volta.ch
keine Anmeldung erforderlich, Kollekte
Luzern 12.10.19: 15.15 Uhr stattkino
Reservation: info@stattkino.ch / 041 410 30 60
Bern 13.10.19: 16.00 Uhr Cinématte
Reservation: kino@cinematte.ch / 031 312 45 46
Chur 14.10.19: 18.00 Uhr / 15.10.19: 18.00 oder 18.45 Uhr
Kinocenter Chur (Arthouse Filmreihe)
Reservation 081 258 32 32, Infos unter: ymicon@gmx.ch
Visp 15.10.19: 20.30 Astoria
Reservation: www.kino-oberwallis.ch
Zürich 18.10.19: 18.00 Intrinsic Campus (Lab)
Reservation: rotersand@bluewin.ch

Trailer CaRabA (deutsch):

  Mehr Informationen zum Film unter: www.caraba.de Für Tickets: www.kultkino.ch/event/

Werkstattgespräch zum Thema: FREI SICH BILDEN – Wie selbstverständlich sind (uns) die Würde und die Selbstbestimmtheit des Menschen?

Seit „Ewigkeiten“ geht es um Schulen. Wer würde leugnen, daß diese bekanntermaßen nicht mehr zeitgemäß sind?

Müßte es nicht, statt sie erneuern, verbessern zu wollen, darum gehen, nach dem Ausbruch aus dieser Sackgasse sich dem einzig Wesentlichen zuzuwenden: dem selbstbestimmten, würdevollen Menschen sowie seinen eigentlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten?

Was bedeutet und bedingt dieser grundlegende und verfassungskonforme Wandel?

Was tun bei Konflikten zwischen dem (betroffenen) Menschen (als dem würdevollen Subjekt) einerseits und den Behörden, der Justiz andererseits?

Solche und andere vorausschauenden Fragen können bei diesem offenen Gespräch erörtert werden.

(Zur Beachtung: keine juristische oder therapeutische Beratung!)

Bertrand Stern

Luzern
Samstag 12.10.19: 09.00 – 14.00 im stattkino im Bourbaki
Anmeldung und detaillierte Infos unter: www.danielwigger.ch
Bern
Sonntag 13.10.19: 09.30 – 15.00 Wöschhüsi, Gerberngasse 29, Bern
Anmeldung und detaillierte Infos unter: heikebuchmann@bluewin.ch
Zürich
Freitag 18.10.19: 13.30 – 17.00 Intrinsic Campus (Lab), Talstrasse 15, ZH
Anmeldung und detaillierte Infos unter: rotersand@bluewin.ch

Platzzahl beschränkt, deshalb Anmeldung erwünscht.
Bei allenWerkstattgesprächen wird eine Kollekte vorhanden sein.
Richtpreis 40.-

Links

Caraba Website

„Türöffner für Raum und Möglichkeit“ Rezension des Spielfilmes CaRabA

Flyer Caraba Veranstaltungen Herbst 2019

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