oecd, wettbewerb, bildung, schulwahl

Empirische Studie der OECD

Freie Schulwahl, Autonomie, Rechenschaftspflicht erhöhen Schulqualität, Chancengerechtigkeit und Effizienz. (21. Dezember 2007 Bildungs – Arbeitspapier No. 14 www.oecd.org/edu/workingpapers)

Übersetzung der Zusammenfassung

Schulsysteme streben Chancengerechtigkeit für alle an, unabhängig vom sozio-ökonomischen Status der Lernenden. Kritiker der neuen Schulreformen, welche die
Rechenschaftspflicht, die Autonomie und die Schulwahl eingeführt haben, betonen nachdrücklich die potentiell gefährlichen Konsequenzen für die Gleichheit. Der vorliegende Bericht bringt neue Befunde darüber, wie nationale Massnahmen der Rechenschaftspflicht, Autonomie und Wahl im Ländervergleich mit Chancengleichheit zusammenhängen. Wir schätzen ab, ob der Lernzuwachs der Lernenden in Schulsystemen, welche diese institutionellen Massnahmen anwenden, mehr oder weniger vom sozio-ökonomischen Status abhängt. Die strengen mikro-ökonometrischen Analysen basieren auf den Daten von PISA 2003 für mehr als 180`000 Lernende aus 27 OECDLändern.

Das empirische Hauptresultat ist, dass der Schulerfolg für benachteiligte Lernende durch Massnahmen wie Rechenschaftspflicht, Autonomie und Schulwahl eher verbessert als verschlechtert wird. Speziell die zusätzlichen Wahlmöglichkeiten, erzeugt durch öffentliche Finanzierung nichtstaatlicher Schulen, führt zu einer starken Reduktion der Abhängigkeit des Schulerfolgs vom sozio-ökonomischen Status der Lernenden

Externe Austrittsexamen üben einen stark positiven Effekt auf alle Lernenden aus. Dieser Effekt ist aber leicht schwächer für Schüler mit niederem sozio-ökonomischem Status. Der positive Effekt, der entsteht, wenn Lehrpersonen Lernende regelmässig persönlich beurteilen, ist beträchtlich grösser für solche mit niederem sozio-ökonomischem Status. Der Effekt vieler anderer Rechenschafts – Massnahmen ist nicht deutlich abhängig vom sozio-ökonomischen Status.

Schulautonomie hinsichtlich der Lehrinhalte ist verbunden mit höherer Chancengleichheit, während diese in Ländern, wo mehr Schulen die Lehrpersonen selbst anstellen können, niedriger ist. Autonomie im Gestalten des Budgets und im Festlegen der Anfangsgehälter hat keinen Einfluss auf die Chancengleichheit. Chancenungleichheit ist beträchtlich höher in Schulsystemen, welche die Lernenden früh in verschiedene Niveaus aufteilen.

Bemerkung der elternlobby.ch zu schweizerischen staatlich abhängigen Studien

Oelkers ältere Studie vom Juni 2007 hat die neueste Forschung der OECD-Studie nicht miteinbezogen. Oelkers Studie wurde vom staatlichen Verwaltungsapparat der Erziehungsdirektion in Bern in Auftrag gegeben. Die elternlobby.ch vertraut mehr der staatlich unabhängigen und neuesten Studie der OECD.Oelkers sagte hingegen im Juli 2007 in Südhessen „Schulen, die keine finanziellen Folgen spüren, wenn sie für Schüler nicht attraktiv sind, gefährden das ganze System.“

Oelkers sagte im Juli 2007 in Südhessen „Schulen, die keine finanziellen Folgen spüren, wenn sie für Schüler nicht attraktiv sind, gefährden das ganze System.“

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