„Eine fragwürdige Sparmassnahme“

Leserbriefe zu „Fragwürdige Sparmassnahme“ in der BaZ März 2017

Die drohende Streichung der Kantonsbeiträge gefährdet nicht nur den Fortbestand der Rudolf Steiner Schule Mayenfels, auch andere sogenannte Privatschulen müssen um ihre Existenz fürchten. Kommt es zu Schliessungen, ist es fraglich, ob sich diese Sparmassnahme gelohnt hat [Anmerkung elternlobby: Lesen Sie hier zu den tatsächlichen finanziellen Auswirkungen für den Kanton Baselland]. Ausserdem: Die sogenannten Reichen werden sich – unabhängig von Subventionen – den Bildungsweg für ihre Kinder aussuchen (können), den sie für den richtigen halten; auf der Strecke bleiben die Kinder der mittleren und der unteren Einkommensschichten.

Das eigentliche Problem ist jedoch ein anderes: Kann es sein, dass wir als Bürger zwar über einen EU-Beitritt abstimmen können, dassjeder wehrpflichtige Mann ein Sturmgewehr zu Hause aufbewahren darf, dass aber Eltern verweigert beziehungsweise verunmöglicht wird, eine Wahl über den Beschulungsweg ihrer Kinder zu treffen? Wollen wir wirklich, dass die Schullandschaft weiter verarmt und immer eintöniger wird? Es kann doch einfach nicht sein, dass ein so vielfältiges und komplexes Wesen wie der Mensch mit nur einem Bildungsweg vorliebnehmen muss und damit zufrieden sein soll.

Jan und Katalin Wenger, Pratteln

„Weiter Privatschulen ermöglichen“

Die freie Schulwahl gehört zu den allgemeinen Menschenrechten: «In erster Linie haben die Eltern das Recht, die Art der ihren Kindern zuteilwerdenden Bildung zu bestimmen.» Das ist vernünftig, denn es gibt kern Schulsystem, das für alle Kinder das richtige System ist. Auch wenn die Schweiz zu Recht auf ihr staatliches Schulsystem stolz ist, braucht es Alternativen. Das zeigen die vielen Übertritte von der staatlichen Schule zum Beispiel zu den Steiner Schulen.

Seelisch belastete Kinder blühen auf und entwickeln sich unter den neuen Umständen wieder gesund weiter. Diese Alternative sollte für jede Familie bezahlbar sein. Solche Privatschulen sollten genügend Schüler/-innen haben, um existieren zu können. Seit Jahrzehnten kommen die Steiner-Schulen den ärmeren Familien entgegen, durch Familienbeiträge und massive Rabatte. Das funktioniert nur, wenn dafür vermögendere Familien solidarisch etwas Ausgleich schaffen. Beide Gruppen brauchen den Kantonsbeitrag für Privatschulbesuche!

Andreas Günther, Gelterkinden

 

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